Deine Krankengeschichte, nicht die deiner Mutter!

Prof. Jürgen Albrecht, Berlin (Nachbar)

Zwei Bücher

Ich halte es für gar keine gute Idee, zwei völlig verschiedene Themen in einem Buch zu verquirlen. Es ergeben sich im Buch keine Bezüge zu den beiden Themen und es ist ein sehr angestrengter Vergleich, das Schicksal Deiner Mutter mit dem des Kommunismus zu verbinden. Beide Bücher für sich sind sehr interessant, aber ihre Themen haben nichts miteinander zu tun. Sofort würde ich alles was den Pflegefall betrifft, bei einer zweiten Auflage aus dem Buch herausnehmen. Das zeitgeschichtliche Buch interessiert die Öffentlichkeit, Deine Krankengeschichte interessiert nur ein ganz spezielles Publikum...

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Deine Fragen waren auch meine

Prof. Pavel Barsa, Prag (entfernter Verwandter)

Übersetzung:


Es wäre untertrieben, wenn ich sage, dass mir dein Buch gefallen hat. Das ging viel tiefer. Es gibt starke Parallelen zwischen meiner und deiner Position, und die Fragen, die du dir zu deinem Vater und Großvater gestellt hast, waren lange Zeit auch meine Fragen zu meinem Vater und Großvater... Im Gegensatz zu dir hatte ich allerdings nie Gelegenheit, mit meinem Vater über diese Probleme zu sprechen, und so fehlt es mir an Material, das ich bearbeiten könnte.

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Einblick in eine gläubige sozialistische Familie

 
Rainer Hageni, Kleinvoigtsberg (Pfarrer im Ruhestand und Betreiber des Kulturhofs Kleinvoigtsberg)
 
 Ihr Familienbuch bewegte mich sehr. Endlich bekam ich Einblick in eine gläubige sozialistische Familie. Das Schicksal Ihrer Mutter bewegt mich, da wir unsere demente Mutter ebenfalls lange Zeit mit im Haus hatten und die Dinge ja fast immer gleich laufen. Daß Sie aber offensichtlich diese ganz persönliche Geschichte mit der Mutter so verwenden, verstehe ich als Metapher in Bezug auf die Auflösungsgeschichte des realen Sozialismus. Habe ich Sie dabei richtig verstanden?

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Zeitgeschichte wird erlebbar

Prof. Jürgen Werner, Berlin (Freund der Familie)

Es ist Dir überzeugend gelungen, zugleich aus sehr persönlicher Betroffenheit heraus und dabei mit bemerkenswerter historisch-politischer Objektivität zuerzählen, und zwar höchst spannend. Du zeigst so einmal mehr, dass das Politische auch immer privat ist und dass das Private sehr wohl eine politische Dimension hat. Du machst am Werdegang von Mitgliedern Deiner Familie Zeitgeschichte erlebbar.

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Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Renate Schönfuß, Radeberg (Leserin mit Pflegeerfahrung)

Zum Pflegeteil:

Eigentlich kann man über diese Problematik nur mit Personen sprechen, die ähnliches erlebt und durchlebt haben. Ich fand mich selbst in Ihren Beschreibungen wieder - man liebt den Elternteil über alles, wird aber zwischen zum Teil fast übermenschlicher liebevoller Pflichterfüllung und dem eigenen Lebensanspruch hin und her gerissen, zum Teil empfindet man den geliebten Kranken auch als selbstsüchtige Last.Die Krankheit verändert ja sein Wesen total, aus der einst fürsorglichen Mutter wird ein Ich-bezogener, nur noch in sich selbst versenkter Mensch - man kommt unweigerlich in einen Gewissenskonflikt.

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Lachen und Weinen - weitere Lesermeinungen

Wer hat noch die Kraft, solche Bücher zu lesen?

Regina Stolz, Berlin (ehemalige Kollegin):

Obwohl ich wusste, dass du deine Mutti begleitet hast, hat es mich doch beim Lesen tief erschüttert. Vielleicht liegt es ja auch daran, weil ich dich persönlich kenne. Insbesondere war ich sehr erstaunt, wie oberflächlich Ärzte und Pflegeheime sind, die Angehörigen von Demenzkranken einfach so hängen zu lassen. Da kann man nur hoffen, dass dein Buch ein Stück dazu beiträgt, solche Mißstände zu ändern und anderen zu helfen, sich frühzeitig an die richtigen Stellen zu wenden. Besser wäre vielleicht gewesen, diese Geschichte als ein separates kleines Taschenbuch herauszubringen ...

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