Kinderbuch "Kater Theo"

Urfassung "Kater Theo"Urfassung "Kater Theo"

"Wie Robin Hood wollen Toni, Sonja, Max und Jürgen der Weise für die Gerechtigkeit eintreten. Für Opa Kunze, den man aus seinem Haus vertrieben hat. Und da kommen sie auf eine Kateridee, im wahrsten Sinne des Wortes... Eine abenteuerlich-witzige Geschichte um Recht und Gerechtigkeit - mit Illustrationen von Ulrike Baier." (Klappentext) 

Anfang der 90er Jahre sprach mich eine Freundin an, die als Lektorin bei einem Kinderbuchverlag arbeitete: Man plane dort eine Buchreihe zum Thema „Kinder in der Großstadt“; ob ich dazu nicht etwas beisteuern könnte.

Tatsächlich trug ich schon eine ganze Weile die Idee für ein Kinderbuch mit mir herum. Sie beruhte auf einer kleinen Zeitungsmeldung, wonach eine Gruppe von Kindern einer alten Frau die Katze entführt und Lösegeld für diese gefordert hätte. Nach dem Anstoß meiner Freundin überlegte ich mir, dass man diese Grundidee doch gut mit der damals angesagten – und mich selbst auch sehr beschäftigenden – Wendethematik koppeln könnte. Ich machte mich also an die Arbeit und schrieb ein Kinderbuch mit dem Titel „Die Entführung des Westkaters Theo“, in dem ich die heikle Ost-West-Problematik für Kinder aufbereitete. 

Als ich fertig wurde, war der Verlag, in dem meine Freundin arbeitete, längst den Bach runter gegangen, und ich musste mich nun selbst auf die mühselige Suche nach einem Abnehmer machen. Jahrelang kassierte ich Ablehnungen in der Kinderbuchszene des Landes, bis ich schließlich eine Agentin fand, die bereit war, das Manuskript zu vertreten; und sie brachte es, wiederum nach Jahren, beim Erika-Klopp-Verlag unter, einem Münchener Jugendbuchverlag (heute Teil der Oetinger-Gruppe in Hamburg), der vor allem durch die Herausgabe der Abenteuerbücher von Enid Blython bekannt geworden war. 

Hier wiederholte sich nun allerdings, sogar noch in verschärfter Form, der Frust von meiner allerersten Zusammenarbeit mit einem Verlag. Ich hatte geglaubt, den Zeiten der Zensur und der Reglementierung entronnen zu sein, aber weit gefehlt: Im Westen hatte der namenlose Autor sogar noch weniger zu melden als seinerzeit in der DDR. Wieder gab es endlose Überarbeitungen, wieder die erpresserische Drohung, das Projekt zu stornieren, wenn man nicht spurte, wieder die gnadenlose Zerstückelung des Textes bis zur Unkenntlichkeit ohne Rücksicht auf meine Einsprüche und Proteste. 1999 endlich erschien das Buch unter dem Titel „Kater Theo und die vier Gerechten“ (wie ich allein schon diesen Titel hasste!). Es bekam zwar gute Kritiken, floppte aber auf dem Markt – zumal auch seitens des Verlages keinerlei Werbung unternommen wurde – und wurde vorfristig aus dem Verlagsprogramm genommen. Es war mir gleich; ähnlich wie bei „Fern von Cannes“ war mir schon im Vorfeld jede Freude an dem Buch genommen worden. 

Trotzdem hat es mir Spaß gemacht, für Kinder zu schreiben, und nachdem ich meinen eigenen Kleinverlag gegründet hatte, brachte ich unter dem Titel "Aktion Kater Theo " eine Neufassung der Geschichte heraus, die zurzeit im Angebot ist. Außerdem liegt die Geschichte inzwischen auch als ebook vor.