Pressestimmen zu "Fern von Cannes"

"Fern von Cannes" fand ein reiches und überwiegend positives Presseecho. Die einzige kritische Rezension fand sich im Staatsblatt "Neues Deutschland", was nach DDR-Maßstäben ein ganz besonderes Lob darstellte. Den Verkauf hat das leider nur wenig beflügelt.

„Ein neuer Stern ist am Prosahimmel unseres Landes aufgegangen, Tanja Stern, Jahrgang 1952... Sie versteht es, Konflikte zu gestalten. Ihr Spürsinn ist erstaunlich.“ (Ingrid Kirschey-Feix, Junge Welt)

„Tanja Stern hat die Frage nach dem Schein und dem Sein konsequent durchgehalten und erzählt mit ironischer Überlegenheit. In der Titel-Erzählung gibt es Sprüche über den gesellschaftlichen Sinn künstlerischer Arbeit, die glatt von den Lippen gehen und ebenso aufgenommen werden, auf die Dauer jedoch eben den Schaden anrichten, der hier beschrieben wird. Die Geschichten wurden zu einem Stein in dem Mosaik einer Vergegenwärtigung unseres Lebens in den sechziger und siebziger Jahren, das wir immer wünschten und schon gar nicht mehr zu erhalten hofften... Die Erzählung 'Fern von Cannes' ist eine wesentliche in unserer Literatur.“ (Anneliese Löffler, Sinn und Form)

„Leben und Denken im Klischee, im Bemühen, einem – von Büchern, Filmen oder den Reden der Verwandten – vorgeformten Bild zu entsprechen, das mit eigenen inneren Anliegen oft sehr wenig zu tun hat: Dieses Muster wird von Tanja Stern in allen drei Erzählungen problematisiert. An den einzelnen Lebensläufen ihrer Hauptfiguren beschreibt sie sehr präzis die Konsequenzen eines solchen selbstauferlegten Zwangs.“ (Monika Melchert, NDL)

„Tanja Stern erzählt Lebensläufe in großen Zügen, über lange Zeiträume hinweg, auf das Wesentliche konzentriert, bis zu einem bestimmten Endpunkt durchgehalten. Dazu hat sie wirkliches Leben verdichtet, verallgemeinert, typisiert, überspitzt. Ihr Talent liegt in einem analytischen, den Stoff stark gedanklich durchdringenden Erzählen. Sie hat Lebenshaltungen, die in bestimmten Teilen ihrer Generation recht häufig anzutreffen sind, genau beobachtet und verhält sich zu ihnen durchaus kritsich, schafft durch Ironie und Lakonie Distanz.“ (Dr. Marianne Krumrey, Berliner Zeitung)

„Drei Geschichten vom Scheitern. So kann man sie lesen, auch als Geschichten über das Zustandekommen verfehlter Wege... In der Summe trotzdem ein Debüt, das Neugier erzeugt, ohne übersteigerte Erwartungen zu provozieren.“ (Reinhard Hofmann, Temperamente)

„Mit Ironie, die bis zu denunzierendem Hass reicht – selbst für das Zusammensein von Mann und Frau findet sich kaum ein freundliches Wort –, beschreibt sie das Leben von drei jungen Leuten... Es sind Außenseiter, die sich in dieser Rolle gefallen, die sich verweigern, die Ehrgeiz und Illusionen haben und allen anderen die Schuld geben, dass Chancen „wie Knallfrösche verpuffen“. Auch wenn an der sprachlichen Gestaltung noch hätte gefeilt werden können – ein beachtliches Debüt.“ (Karin Großmann, Sächsische Zeitung)

„Das Foto zeigt eine Frau, so selbstbewusst, wie ihr Stil auch wirkt. Er macht 'Fern von Cannes' in jedem Fall zum Lesevergnügen: eine nicht zu sehr mit Modesprüchen aufgemotzte Jugendsprache, eher sogar seriös, unprätentiös, zu ironisch, um angelernt und anbiedernd zu wirken. Eine Sprache, die sich gar nicht ernst genug nimmt, um genal gefunden zu werden.“ (Beatrix Füsser-Novy, Deutschlandfunk)