In dem Buch „Justizirrtum auf höhere Weisung“ geht es um Strafrechtsfälle, bei denen das Bemühen um Gerechtigkeit mit den Geboten der politischen Korrektheit kollidierte. Etwa um den titelgebenden Fall der Frederike von Möhlmann: Sie wurde mit siebzehn vergewaltigt und getötet – aber bitte um Gottes Willen nicht von einem Ausländer, auch wenn es äußerlich den Anschein hat.
Oder um den sogenannten 20-Cent-Fall von Hamburg-Harburg, bei dem der türkische Haupttäter für ein Tötungsdelikt Bewährung erhielt. Was dagegen einem Deutschen blühen kann, der in die Mühlen der Justiz gerät, zeigt in eindrucksvoller Weise der Fall Andreas Darsow: Hier sitzt ein Mann seit nunmehr fünfzehn Jahren im Gefängnis für einen Mord, den er nicht begangen hat. Dieser Vortrag will solche Fälle vorstellen und darüber eine Debatte anstoßen.
Tanja Stern, geboren 1952 in Ostberlin, Studium der Theaterwissenschaft, danach Jobs als Redakteurin, Buchhändlerin und Sekretärin, 1985 literarisches Debüt, heute freie Autorin in Wildau bei Berlin mit Schwerpunkt DDR- und Kommunismusgeschichte.