Vortragsangebote
Schon seit Langem biete ich keine Lesungen mehr an, sondern Vorträge mit Powerpoint-Präsentationen. Reine Lesungen fand ich schon immer langweilig. Wenn weiter nichts passiert als dass ein Mensch aus einem aufgeschlagenen Buch etwas vorliest, und mag es auch inhaltlich noch so brisant sein, dann wird mir irgendwie zu wenig geboten. Im Laufe der Jahre sind etwa ein Dutzend Vorträge zusammengekommen, die bei Bedarf gehalten werden können, meist in Lang- oder Kurzversionen. Einige beziehen sich direkt auf meine Bücher, andere allgemein auf Themen aus den Bereichen DDR- und Kommunismusgeschichte, Regionalgeschichte, Biographisches oder Kultur. In dieser Rubrik sehen Sie sie gebündelt, weitgehend mit Andeutungen der jeweiligen Powerpoint-Präsentationen. Wer Veranstaltungen ausrichtet, wird hier fündig.
Meine Großmutter trat mit sechzehn Jahren der Roten Arbeiterjugend bei, um für die Weltrevolution zu kämpfen.
Mein Großvater führte das Nomadendasein eines kommunistischen Wanderpredigers, der den Arbeitern die Erlösung durch die Marxsche Lehre verkündet.
Mein Vater schmetterte schon als Junge im Berlin der 1930er Jahre: „Wir sind die junge Garde des Proletariats!“, und entsprechend handelte er später auch.
Die gewaltigsten Denkmale, die schnellsten Flugzeuge, die höchsten, komfortabelsten Wohnkomplexe – die Vorzeigebauten des Sozialismus mussten immer superlativ sein und internationale Rekorde brechen. Besonders in der Frühzeit der sowjetischen Ära wurden gigantomanische Bauten zur Ausdrucksform einer Gesellschaft, die sich selbst als überlegen und hochinnovativ empfand.
Weiterlesen: Kommunismusgeschichte: Gigantomanische Bauten des Stalinismus
In dem Buch „Justizirrtum auf höhere Weisung“ geht es um Strafrechtsfälle, bei denen das Bemühen um Gerechtigkeit mit den Geboten der politischen Korrektheit kollidierte. Etwa um den titelgebenden Fall der Frederike von Möhlmann: Sie wurde mit siebzehn vergewaltigt und getötet – aber bitte um Gottes Willen nicht von einem Ausländer, auch wenn es äußerlich den Anschein hat.
Weiterlesen: Das Strafrecht in den Zeiten der politischen Korrektheit
Zwei Männer, die um die Liebe einer schönen Frau rivalisieren – und in der Folge schäumende Leidenschaften, Ränke, Entführung, Verrat und Mord. Das ist die Welt der Großen Oper, aus der Giuseppe Verdi seine musikalischen Einfälle schöpfte. Opernlibretti gelten per se als exaltiert und realitätsfern. "Quatsch keine Opern!", mahnt man heute noch, wenn jemand blühenden Blödsinn redet.
Weiterlesen: Opernmorde: Handlungen und Hintergründe in den Opern Giuseppe Verdis
Das Fernsehen der DDR galt als dogmatisch und dröge, als besonders hartes politisch-ideologisches Bollwerk des Sozialismus. Trotzdem brachte es auch bemerkenswerte Sendeformate und Filme hervor. Allein schon die kolossalen „Fernsehromane“ verdienen Erwähnung – Dreiteiler, Fünfteiler, selbst Siebenteiler waren keine Seltenheit. Die Helden wurden gnadenlos durch alle Etappen der deutschen Geschichte gehetzt, bis sie endlich in der DDR ihr Glück und ihre Heimat fanden.
Weiterlesen: DDR-Geschichte: Zwischen Dogma und Experiment – das Fernsehen der DDR
Der Urvater aller kommunistischen Diktatoren war Josef Stalin. Ihm nachzueifern, dem göttergleich Verehrten, schrieben sich die meisten Staatschefs in den kommunistisch regierten Ländern des Ostblocks auf die Fahnen; und einigen von ihnen gelang das so gut, dass sie es als Musterschüler Stalins zu trauriger Berühmtheit brachten.
Weiterlesen: Kommunismusgeschichte: Die Diktatoren des Ostblocks
Jahrhundertelang galten die Naturwissenschaften als unweiblich und nur dem überlegenen Verstand des Mannes zugänglich. Auch die Universitäten blieben den Frauen bis ins späte 19. Jahrhundert verschlossen. Wollten sie sich auf einem naturwissenschaftlichen Fachgebiet betätigen, so mussten sie das im stillen Kämmerlein tun.
Weiterlesen: Biographisches: Wegbereiterinnen - Frauen erobern die Naturwissenschaften
Oberschöneweide war ein kleines Dorf vor den Toren Berlins – bis Emil Rathenau auf den Gedanken kam, ausgerechnet dort einen der wichtigsten Betriebe des von ihm begründeten Elektrokonzerns AEG zu bauen. Viele weitere Unternehmer folgten seinem Beispiel, so dass sich Schöneweide in den 1920-er Jahren zu einem bedeutenden Zentrum der deutschen Elektroindustrie entwickelte.
Weiterlesen: Regionalgeschichte: Elektrisierendes Schöneweide
Die Heilstätten von Beelitz waren das erste Großprojekt der damals noch jungen Landesversicherungsanstalt Berlin. Um 1900 wuchs hier ein gewaltiger Klinikkomplex empor, der in ganz Europa seinesgleichen suchte. Vor allem Lungenkranke sollten hier Heilung finden, Arbeiter und kleine Angestellte aus dem nahegelegenen Berlin, die sich in den berüchtigten Mietskasernen mit Tuberkulose infiziert hatten und die sich ein luxuriöses Schweizer Sanatorium nicht leisten konnten.
Weiterlesen: Regionalgeschichte: Beelitz-Heilstätten - vom "Davos für Arme" zur Grusel-Location
Unglücksfälle und Katastrophen
Vertuscht, verschwiegen, verborgen - in der positiven Welt des Sozialismus durfte es keine Skandale geben. Niemand wusste, dass ein kleiner Ort in Brandenburg 1977 beinahe zu einem Tschernobyl für Mitteleuropa geworden wäre. Niemand sprach darüber, dass durch den Fehler eines ehrgeizigen Arztes Tausende von jungen Müttern mit Hepatitis C infiziert wurden. Und niemand erfuhr, wie es zum Untergang des Öltankers "Böhlen“ gekommen war. Erst nach der Wende wurden diese Ereignisse erforscht und aufgearbeitet – Ereignisse, die sich hinter den Kulissen einer als heil gepriesenen Welt abspielten und die DDR-Medien nie erreichten.
Weiterlesen: DDR-Geschichte: Geheime Skandale - Verschwiegenes aus der DDR
Dean Reed (1938 - 1986), amerikanischer Schauspieler und Sänger, zog in den 1970-er Jahren freiwillig aus dem Westen in den Osten, aus der großen weiten Welt in die kleine DDR – der Liebe wegen, aber auch aus Idealismus: Als überzeugter Kommunist sah er in der Gesellschaftsform des Sozialismus sein Lebensideal verwirklicht. Er wurde Honeckers Propagandasänger, der rote Vorzeige-Amerikaner, der die Faust zum „Venceremos!“ hob, und er wurde ein beliebter Unterhaltungsstar.
Weiterlesen: Biographisches: Dean Reed, Honeckers Vorzeige-Amerikaner
1983 nahmen die Journalisten Heinz und Katja Stern an einer sogenannten Auszeichnungsreise mit der „Völkerfreundschaft“ teil, dem damaligen Vorzeige-Kreuzfahrtschiff der DDR. Heinz Stern wollte offenbar eine Reportage darüber schreiben und hielt die Eindrücke der Reise in einer Art Schiffstagebuch fest.
Weiterlesen: DDR-Geschichte: Bonzenreise - auf großer Fahrt mit der "Völkerfreundschaft"
Tanja Stern, geboren 1952 in Ostberlin, Studium der Theaterwissenschaft, danach Jobs als Redakteurin, Buchhändlerin und Sekretärin, 1985 literarisches Debüt, heute freie Autorin in Wildau bei Berlin mit Schwerpunkt DDR- und Kommunismusgeschichte.