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- Kategorie: Rechtsfälle
In dem Band „Justizirrtum auf höhere Weisung“ geht es um Strafrechtsfälle, bei denen das Bemühen um Gerechtigkeit mit den Geboten der politischen Korrektheit kollidierte. Etwa um den titelgebenden Fall der Frederike von Möhlmann: Sie wurde mit siebzehn vergewaltigt und getötet – aber bitte um Gottes Willen nicht von einem Ausländer, auch wenn es äußerlich den Anschein hat.
Weiterlesen: Das Strafrecht in den Zeiten der politischen Korrektheit
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Eine psychisch auffällige Frau mit dunkler Herkunft wird durch die DDR-Propaganda zur „Faschistin“ stilisiert und als „Aufrührerin“ vor Gericht gestellt. Ein Mann, der „Republikflucht“ beging, wird von seiner eigenen Tochter in die DDR zurückentführt. Und eine Gruppe von Studenten, die in Flugblättern freie Wahlen fordern, verbringt dafür viele Jahre in Sibirien. In der DDR verstand sich die Justiz als Instrument des politischen Systems und hatte in dessen Dienst zu funktionieren. Es gab große demonstrative Schauprozesse, aber auch streng geheime Justizverfahren und Willkürurteile, die man selbst den nächsten Angehörigen der Opfer verschwieg. An ausgewählten Beispielen wird in diesem Vortrag dargelegt, wie unter dem Druck des staatlichen Gebots, die Feinde des Sozialismus zu bestrafen, die Gerechtigkeit auf der Strecke blieb.
Tanja Stern, geboren 1952 in Ostberlin, Studium der Theaterwissenschaft, danach Jobs als Redakteurin, Buchhändlerin und Sekretärin, 1985 literarisches Debüt, heute freie Autorin in Wildau bei Berlin mit Schwerpunkt DDR- und Kommunismusgeschichte.