Die Heilstätten von Beelitz waren das erste Großprojekt der damals noch jungen Landesversicherungsanstalt Berlin. Um 1900 wuchs hier ein gewaltiger Klinikkomplex empor, der in ganz Europa seinesgleichen suchte. Vor allem Lungenkranke sollten hier Heilung finden, Arbeiter und kleine Angestellte aus dem nahegelegenen Berlin, die sich in den berüchtigten Mietskasernen mit Tuberkulose infiziert hatten und die sich ein luxuriöses Schweizer Sanatorium nicht leisten konnten.
Über Jahrzehnte wurden in Beelitz-Heilstätten nach modernsten Standards Kranke behandelt. Doch die Katastrophen der deutschen Geschichte gingen auch an den Kliniken nicht spurlos vorüber. Im Krieg wurden sie als Lazarette genutzt, in der DDR-Zeit als russische Kasernen. Und die Nachwendezeit konnte mit dem riesigen Gebäudekomplex kaum etwas anfangen. Viele Jahre herrschte in Beelitz-Heilstätten ungehemmter Verfall. Doch in jüngster Zeit gibt es gleich mehrere Projekte, die den Standort wieder zu einem attraktiven Ausflugsziel für die Berliner machen.
Tanja Stern, geboren 1952 in Ostberlin, Studium der Theaterwissenschaft, danach Jobs als Redakteurin, Buchhändlerin und Sekretärin, 1985 literarisches Debüt, heute freie Autorin in Wildau bei Berlin mit Schwerpunkt DDR- und Kommunismusgeschichte.